LaTeX – Protokolle mal in schön und ohne Ärger

Wer kennt das als Student in einem naturwissenschaftlichen oder ingenieurtechnischen Studiengang nicht? Es soll ein Protokoll erstellt werden, natürlich genau nach den Vorgaben der jeweiligen Dozenten, und das Textverarbeitungsprogramm der Wahl baut immer wieder neue Schranken in den Weg. Nach einer kurzen Einarbeitungszeit ist das mit LaTeX nichts mehr so. Zusätzlich gibt es auch noch eine perfekte Darstellung von mathematischen Formeln und jegliche griechischen Buchstaben, die man benötigt.

Seit einiger Zeit habe ich mich beim Schreiben von Protokollen nur noch über Word und den tollen eingebauten Formel-Editor geärgert. Mal war hier was zu groß, da eine Schrift falsch oder es gab schlicht und ergreifend nicht das, was ich zu dem Zeitpunkt benötigte. Als dann an meiner Universität Werbung für einen LaTeX-Anfängerkurs gemacht wurde, habe ich mich sofort angemeldet.

Nach dem Herunterladen der schon recht großen TeX-Distribution und den ersten Schritten mit LaTeX war es zwar leicht verwirrend doch man erkannte schon eine Syntax, die sich durch das gesamte Dokument erstreckt. In dem Kurs wurden die wichtigsten Funktionen, die Studenten zum Erstellen von wissenschaftlichen Arbeiten benötigen, angesprochen und kurz angewendet. Doch die wirkliche Lernarbeit folgte erst im Anschluss, das erste Protokoll ließ nämlich nicht lange auf sich warten. Im fünften Semester ist in meinem Studiengang das Fach Simulationsmethoden in den Ingenieurwissenschaften (ANSYS) vorgesehen und hier sollen für jeden Lernabschnitt Protokolle erstellt und abgegeben werden. Die Richtlinien für das Protokoll waren zum Glück nicht so strikt gesetzt, also perfekt um es doch mal mit LaTeX zu probieren. Mit Texpad war ein geeigneter Editor gefunden und es ging los an die Layout-Erstellung. Dies war meines Erachtens auch schon der schwierigste Schritt, da die Kopfzeilen-Gestaltung mit dem KOMA-Script in dem Kurs nicht behandelt wurde. Ebenso eine römische Seitenzahl für das Inhaltsverzeichnis, sowie dann arabische Seitenzahlen im Inhalt haben mich einige Minuten gekostet. Hätte ich dies aber in Word versucht, wäre der Zeitaufwand sicherlich der gleiche gewesen.

Den Joker hat LaTeX im Vergleich zu Word aber dann bei der Erstellung von mathematischen Formel ausgespielt. Erstens kann man diese einfach eingeben und zweitens werden dieser bei Bedarf auch noch automatisch nummeriert und man kann relativ zu diesen Nummerierungen verweisen, was bei großen Dokumenten schon sehr hilfreich werden kann. Meistens sehe ich andere Studenten diese Arbeit per Hand in mühsamer Arbeit mit Word machen. Dabei habe ich auch schon die wildesten Tabellen-Konstrukte oder einfaches Abzählen der TABs gesehen.

Ist man dann erstmal fertig mit der Eingabe des Inhalts so ist die perfekte Darstellung der Mathematik gegenüber Word ein weiterer deutlicher Pluspunkt.

w(x)=\frac{F\cdot x^2}{6\cdot E\cdot I_y}\cdot(3L-x)
(Selbst WordPress hat eine eingebaute Mathematik-Funktion, die auf LaTeX basiert)

Zum Abschluss ist hier mal ein bildlicher Vergleich zwischen zwei Dokumenten, eins davon wurde mit LaTeX erstellt, das andere mit Word. Welches davon schöner aussieht, muss jeder für sich selbst beantwortet. Ich bleibe zumindest für zukünftige Protokolle nur noch bei LaTeX und werde wahrscheinlich auch meine Bachelor-Arbeit damit angehen.

Bei Fragen und Anregungen hinterlasst gerne ein Kommentar!

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